Erfahrungskurve

Analyseinstrument

Die Erfahrungskurve besagt, dass sich in der Produktion bei jeder Verdoppelung der kumulierten Menge (Erfahrung) ein Kostensenkungspotenzial der Stückkosten oder der Serviceleistungen um 20–30% ergibt. Die Beziehung zwischen Produktionsmenge und Kosten ist dabei potenzieller Art. Der vom Mengenwachstum abgeleitete Kostenrückgang stellt sich nicht von allein ein. Es ist Aufgabe der Unternehmensführung, das Potenzial zu erkennen und zu realisieren.

Das Unternehmen mit dem höchsten Marktanteil hat somit die potenziell niedrigsten Stückzahlkosten. Folglich sind Marktanteile stets bestimmend für die Kostenposition. Die Wirkung der Erfahrungskurve ist besonders hoch in der ersten Hälfte des Lebenszyklus eines Produkts.

Die Erfahrungskurve ist eine Erweiterung der Lernkurve. Während die Letztere allein die Fertigungskosten einbezieht, berücksichtigt die Erfahrungskurve sämtliche Wertschöpfungsstufen.

Das Konzept der Erfahrungskurve wurde von der Boston Consulting Group auf der Basis empirischer Untersuchungen entwickelt und von Bruce D. Henderson in «Die Erfahrungskurve in der Unternehmensstrategie» (1968) erstmals ausführlich beschrieben.

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